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Wie ihr ja wisst, neigt sich das Jahr langsam dem Ende zu. Ich nehme mir zum Jahresende gerne immer die Zeit, um die letzten Monate Revue passieren zu lassen und mir Vorsätze und Ziele für das kommende Jahr zu setzen. Etwas davon liegt mir besonders am Herzen und betrifft auch meinen Blog, denn ich möchte Schritt-für-Schritt auf tierische Produkte verzichten.

Auch ich bin/war ein Marketingopfer

Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, einen vegetarischen und vielleicht sogar veganen Lebensstil anzustreben. Die Gründe hierfür sind vielfältig, allerdings spielt hier vor allem meine Liebe zu Tieren eine große Rolle. Wie ihr wahrscheinlich wisst, sind tierische Lebensmittel, aber auch eine schier endlose Anzahl an alltäglichen Gebrauchsgütern mit unfassbar viel Tierleid verbunden.

Auch ich habe das natürlich immer gewusst, allerdings hat auch mich die Marketingindustrie jahrelang erfolgreich geblendet. Es ist nun einmal einfach in ein Geschäft zu gehen, das schön verpackte Produkt zu kaufen und sich keinerlei Gedanken über dessen Herkunft oder Entstehung zu machen. Ich habe beim Shoppen nicht nur eine Sekunde an etwaige Hintergründe gedacht, sondern mich voll und ganz dem Shoppingerlebnis gewidmet.

Nicht einmal beim Fleischkauf ist mir bewusst in den Sinn gekommen, dass ich hier eigentlich gerade Teile eines toten Tieres kaufe.

Natürlich hatte auch ich Phasen, in denen ich all das hinterfragt habe. Jedoch bin ich schnell wieder in alte Gewohnheiten zurückgefallen und habe all das Leid einfach ausgeblendet. Und um ehrlich zu sein, das hat auch super funktioniert. Doch warum ist es jetzt plötzlich anders?!

Warum möchte ich nun tierversuchsfrei/vegan werden?

Den endgültigen Entschluss habe ich gefasst, als ich Ausschnitte der Dokumentation „Dominion“ gesehen habe. In der Dokumentation wird offen gezeigt, unter welchen Voraussetzungen tierische Produkte erzeugt werden. Ich habe wie gesagt nur Ausschnitte davon gesehen, aber holy shit, das hat mir auch gereicht.

Dominion könnt ihr hier übrigens kostenlos auf Youtube schauen.

[Triggerwarnung: Die Dokumentation ist nichts für schwache Nerven, dennoch absolut empfehlenswert!]

Die Grausamkeit, die hinter verschlossenen Türen passiert, ist gar nicht mit Worten zu beschreiben. Ich habe stundenlang geheult und mich ernsthaft geschämt, ein Mensch zu sein. Nicht nur, dass ich keine 10 Minuten zuvor ein Schnitzel gegessen habe – nein, ich habe all das unterstützt. Mit jedem verdammten Einkauf. Ich habe ganz offiziell mein “Okay” für all das gegeben, was ich so niemals gutheißen würde. Und genau das möchte ich nun ändern.

Vegetarisch oder vegan? Nein, Flexitarier!

In meiner Wunschwelt bin ich von heute auf morgen ein glücklicher Veganer. Einfach so, ohne “den ganzen Aufwand” und ohne etwas zu vermissen. Die Realität sieht dann leider doch anders aus, denn so eine Umstellung ist – zumindest für mich – nicht ganz so easy. Deswegen ist der Verzicht auf tierische Produkte ein langfristiges Ziel für mich, das ich in kleinen Schritten anstreben möchte.

Aktuell bin ich wieder vegetarisch unterwegs und esse demnach weder Fleisch noch Fisch. Das fällt mir aber um ehrlich zu sein super leicht und ist jetzt auch keine große Umstellung für mich. Deswegen habe ich zusätzlich noch meinen Eier- und Milchkonsum eingeschränkt. Das gestaltet sich für mich schon etwas schwieriger, denn so eine Eierspeise und ein Milchcafe sind halt häufig auf meinem Speiseplan vertreten. Das empfinde ich zwar nicht als optimal, allerdings kann ich das aktuell ganz gut mit mir vereinbaren.

Sich bewusster ernähren ist besser, als sich etwas zu verbieten!

So eine Ernährungs- bzw. Lebensumstellung geht oftmals mit vermeintlichem Verzicht einher. Deshalb habe ich mir vorgenommen, mir nichts zu verbieten. Wenn ich wirklich ein Schnitzel oder Eier essen möchte, dann gönne ich mir das auch. Alles andere würde mich nicht voranbringen, sondern mein Vorhaben eher zum Scheitern verurteilen.

Was ich jedoch mache, ist, solche Entscheidungen bewusst zu hinterfragen und tierische Produkte nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten. Ebenso versuche ich, einige Produkte durch gesunde, pflanzliche Alternativen zu ersetzen. Deswegen teste ich mich aktuell durch vegane Fertigprodukte, wie beispielsweise Brotaufstriche, Müsli und so Zeugs. Und ich kann euch sagen, hier habe ich schon einige Leckereien gefunden!

Falls ihr vegane Rezepte oder Blogs empfehlen könnt, schreibt sie mir doch gerne in die Kommentare!

Was bedeutet das für meinen Blog?

Diese Umstellung bezieht sich jedoch nicht nur auf die Ernährung, sondern eigentlich auf alles – auch auf Kosmetik. Dementsprechend ist auch mein Blog davon „betroffen“, weshalb sich auch hier ein bisschen etwas ändern wird. Denn ich möchte in Zukunft nur noch tierversuchsfreie und im Idealfall vegane Kosmetik unterstützen.

Ein Beitrag über tierversuchsfreie Beauty-Marken kommt in den nächsten Tagen!

Der Grund hierfür liegt auf der Hand, nämlich Tierversuche. Ich finde es absurd, Kosmetik an Tieren zu testen, nur damit ich mir die Produkte anschließend “save” ins Gesicht schmieren kann. Innerhalb der EU sind Tierversuche für diese Zwecke zwar bereits seit einigen Jahren verboten, allerdings in anderen Ländern (Hallo China) nach wie vor gang und gäbe und ja, sogar Vorschrift.

Unternehmen, die ihre Beauty-Produkte in China verkaufen, sind nicht tierversuchsfrei!

Ich habe den Entschluss gefasst, jene Unternehmen nicht mehr zu unterstützen, weshalb ich deren Produkte nicht mehr kaufen, und auch nicht mehr auf meinem Blog reviewen werde. Dieser Schritt fällt mir denkbar einfach, bei all der Auswahl die wir an Beauty-Produkten haben. Zumal ich mich – sowohl privat als auch als Bloggerin – ohnehin gerne durch die unterschiedlichsten Produkte teste.

Mögliche “Ausnahmen”

Ich habe mich erst vor Kurzem dazu entschlossen, tierversuchsfrei zu werden. Dementsprechend kann es durchaus noch vorkommen, dass ihr das eine oder andere Produkt auf meinem Blog findet, das eben nicht cruelty-free ist.

Das ist beispielsweise in meinen nächsten “Aufgebraucht-Beiträgen” der Fall. Denn aktuell finden sich noch zahlreiche Produkte in meiner Sammlung, die (leider) an Tieren getestet worden sind. Viele von ihnen finde ich echt nicht schlecht und einige zählen sogar zu meinen Langzeitfavoriten. Ich möchte die Produkte nicht einfach wegwerfen – das wäre pure Verschwendung, immerhin habe ich schon für sie bezahlt. Deswegen werde ich diese zwar aufbrauchen, aber eben nicht mehr nachkaufen.

Eine weitere “Ausnahme” stellt für mich die Bipa Bonusbox dar, die (leider) oft einige, nicht tierversuchsfreie Produkte enthält. Diese werde ich euch zwar zeigen, aber nicht mehr probieren und reviewen, sondern verschenken oder in ein Giveaway packen.

Leben und leben lassen

Ich möchte mit dieser Entscheidung keine Grundsatzdiskussion anstreben und auch niemanden zu diesem Lebensstil missionieren. Natürlich bin ich der Meinung, dass die Welt eine deutlich bessere wäre, wenn wir alle auf tierische Produkte und Tierversuche verzichten würden. Allerdings soll jeder von uns leben so wie er möchte – sowohl ich als auch ihr.

Ebenso denke ich, dass es bei solch einer Umstellung kein “richtig oder falsch” gibt.

Letztendlich ist das ja meine persönliche Entscheidung – aus freiem Willen. Dementsprechend setze ich auch meine individuellen Rahmenbedingungen fest, mit denen ich zurechtkommen “muss”. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige diese Entscheidung nicht nachvollziehen können oder sogar belächeln. Andere wiederum empfinden meine Vorgehensweise vielleicht als heuchlerisch, weil ich eben nicht radikal bin, sondern mir “Türchen offen halte”.

Aber ganz gleich welcher Meinung ihr seid, vergesst bitte nicht, dass das Ganze meine persönliche Reise ist. Ich möchte sie in meinem Tempo gestalten, mit Zwischenstopps, die mir gefallen. Für mich ist das alles eine Herzenssache, die mir unglaublich wichtig ist. Ich freue mich sehr auf diese Veränderung und hoffe natürlich, dass ihr mich auch auf diesem Weg begleitet!


Seid ihr auch cruelty-free bzw. vegan?
Und falls ja, wie war der Umstieg für euch?

Alles Liebe

Jasmin